So geht Integration: niederländischer König Willem-Alexander ernennt marrokanischstämmigen Hassan Outaklla zum neuen persönlichen Berater

Hassan Outaklla
Hassan Outaklla

Laut einer offiziellen Mitteilung des niederländischen Königshauses wird der Finanzmarktspezialist Hassan Outaklla ein neuer persönlicher Berater von König Willem-Alexander. Der 36jährige Outaklla studierte Politologie an der Unviersität Amsterdam und war danach bis 2011 als Berater bei KPMG tätig. Seitdem arbeitet Outaklla für die niederländische Aufsichtsbehörde für die Finanzmärkte (AFM). Ab dem 15. August 2019 wird er seine neue Stelle als königlicher Berater antreten.

Aktiv in der niederländischen Zivilgesellschaft

Bis zu seiner Ernennung zum königlichen Berater verantwortete Outaklla die poltisch-strategische Öffentlichkeitsarbeit der Finanzmarktaufsichtsbehörde. Outakllas integrativer Werdegang in den Niederlanden ist bemerkenswert. So behandelte bereits seine Abschlußarbeit an der Universität die Rolle von Moscheen in der Integration marrokanischstämmiger Jungen und junger Männer in Amsterdam. In 2005 war er einer von neun Amsterdammer Studenten, die sich in einer damals vielbeachteten “Muslim Petition” nach dem Mord am Filmemacher Theo van Gogh und darauffolgenden antimuslimischen Hassverbrechen öffentlich gegen den wachsenden Rassismus aussprachen.

Darüber hinaus ist Outaklla überaus polyglott: neben seinen Muttersprachen Niederländisch und Marrokanisch spricht der köngliche Berater Englisch, Französisch, Deutsch und Hocharabisch.

Quellen: Bild Outaklla le360.ma, koninklijkhuis.nl, telegraaf.nl, bladna.nl

Unternehmenskommunikation gegen Rechts: Danke, König Pilsener!

Im aktuellen Kampf gegen neue und alte Rechtsextreme hat sich heute auf Twitter ein bemerkenswerter Vorgang zugetragen. Vor etwas mehr als einer Woche postete ein eher kleiner Hamburger Twitterer diese Nachricht:

Wie man auf dem Bild sehen kann, ist das Markenschild der König Brauerei nur am Rand sichtbar und steht keinesfalls im Bildmittelpunkt. Heute reagierte der offizielle Leiter der Unternehmenskommunikation der Biermarke “König Pilsener” Patrick Damberg auf Twitter wie folgt:

Sehr schön: Klarstellung der aktuellen Sachlage, und dann Hintergrundinformationen zur Historie.

Und als krönender Abschluss des Dreiklangs folgt die Ankündigung, was das Unternehmen jetzt zu tun gedenkt:

Hut ab für diesen vorbildlichen Einsatz an meinen Fachkollegen!
#NazisRaus #NieWieder

Netflix: so stellen Sie Werbe-Tests und andere “tolle Neuerungen” aus

Auf das uns nichts beim Bingen störe!

Es geistert bereits seit einiger Zeit durchs Netz: auf ausgewählten Märkten bei ausgewählten Kunden testet Netflix die Einblendung von Werbespots!  Frevel und Sünde, das habe ich auch gedacht. Ich mein, das mit der GEZ kann man sich schließlich nicht aussuchen – aber bei Netflix, da könnte ich mich ja (theoretisch) wieder abmelden.

Nun denn: es gibt ein einfaches Mittel, damit Sie sich wenigstens für die nähere Zukunft vor Werbspots und weiteren Experimenten schützen können. 

  • Melden Sie sich bei Netflix AUF EINEM COMPUTER (Tablet) an – auf Smartphones und in den meisten Apps (z.B. PS4) geht das nicht
  • Gehen Sie dort rechts oben im Menu Ihres Profilbilds  zu Ihren Konto-Einstellungen
  • Scrollen Sie nach unten zum Punkt “Einstellungen” und wählen dort “Test-Teilnahme” aus
     
    Netflix Einstellungen
     
  • Und dann schalten Sie ganz genüsslich den Schalter auf “Aus”
     
    Netflix Testteilnahme ausschalten
     

Boom, keine Werbung mehr. Bis zu dem Tag, an dem Netflix das als Standard-Option implementiert, sollten Sie geschützt sein. Und jetzt – viel Spaß mit der nächsten Folge!

Kommentiert = verloren? Die Sache mit den kommentierten (Re)Tweets

Eine der Dinge, die Twitter groß gemacht hat (und die das Unternehmen – wie die meisten ursprünglichen Innovationen Ende der 00er – nicht selbst erfunden hat!), sind die so genannten Retweets. Retweets herkömmlicher Art kann man im Twitter-Webinterface für seinen eigenen Account prima sehen, auch Tools wie das von mir genutzte Hootsuite stellen diese dar.

Seit diesem Jahr gibt es jedoch auch den “Retweet 2.0”, die von Twitter selbt angebotene Variante des Retweets mit dem Feld “Kommentar hinzufügen”, was im Webinterface dann so aussieht:

twi-blog-1

Jetzt *würde* ich mir erhoffen, dass der kommentierte Retweet genauso getrackt und erfasst wird wie ein herkömmlicher Retweet. Und? Pustekuchen, is’ nich! Ich hab eine interessante Diskussion zu spät bemerkt, die sich an Hand eines kommentierten Retweets eines von mir betreuten Accounts ergeben hat.

Den kommentierten Retweet konnte ich dabei NICHT in Hootsuite als Retweet sehen. Und in der Tweet-Einzelansicht wurde der Retweet GAR NICHT angezeigt, hier ein Screenshot des geretweeteten Tweets, keine Anzeige, nichts:

twi-blog-2

Als ich jedoch auf Mitteilungen in der oberen Leiste des Webinterface klickte –

twi-blog-3

– ja da konnte ich zum ersten Mal den kommentierten Retweet sehen, hurra!

twi-blog-4

Was soll das? Muss ich mich als Social-Media-Manager jetzt tatsächlich für jeden betreuten Twitter-Account andauernd ins Webinterface einloggen, um alle Retweets zu sehen? Oder hab ich was nicht verstanden? Ich freu’ mich auf eure Kommentare!

Was vom Barcamp übrig blieb: zwei Monate nach dem #fbcamp Hamburg 2015

Am zweiten Märzwochenende war ich auf dem Facebook-Barcamp 2015 im schicken Hamburger Betahaus. Das fb-camp wird bereits seit 2012 von Silke Schippmann und Christian Rasch  in Hamburg veranstaltet. Je öfter ich diese alternative Veranstaltungsform wahrnehme, desto mehr wächst sie mir ans Herz. Vor allem die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse derer, die im Job operativ mit Social Media beschäftigt sind, bringt mir den größten Mehrwert. Eine gute Übersicht zu Barcamps in Deutschland findet sich hier.

Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag

Vor allem die Session mit Heiko Hebig, Partnership Manager bei Facebook Deutschland in Hamburg und links im Bild neben Veranstalterin Silke Schippmann, hat mir im Rückblick die meisten praktisch nutzbaren Hinweise gegeben. Also dann:

Wie postet man gut auf Facebook?

  • Jeder Post ist eine neue Chance – laut Heiko Hebig ist die zeitliche Nähe einzelner Posts nicht entscheidend. Wenn mir drei Minuten nach einem Post ein weiterer, neuer guter Inhalt einfällt, dann stelle ich diesen auch sofort ein.
  • Bleib am Ball! – poste regelmäßig, poste gut gemachte Texte und Medien, poste relevante Inhalte für Deine Zielgruppe!
  • Tipp Heiko: “Der perfekte Post versetzt den Fan in die Lage, selbst geliked zu werden!”

Was macht einen guten Facebook-Post aus?

  • “Ein guter Post sagt, worum es geht” (Hebig) – er beantwortet bestenfalls alle klassischen journalistischen “W-Fragen”, also
    Was? – Wer? – Wo? – Wann? – Wie? – Warum?
  • Binde Videos nativ ein, auch wenn der Youtube-Link fast genau so gut aussieht, denn a) der Call-to-Action-Link bei direkt eingebundenen Videos bleibt frei definierbar und b) der integrierte FB-Videoplayer ist top für alle möglichen Devices optimiert
  • Videos sind am besten nicht länger als 30 Sekunden
  • Als “gesehen” gezählt wird ein Video nach 3 Sekunden Laufzeit

Wie bringt man seine Fans dazu, Posts weiter zu teilen?

  • Lass’ Deine Fans durch das Teilen eines Posts einen direkten Nutzen erfahren, indem sie…
    1. … einen unmittelbaren Vorteil haben (Spendenaufruf!)
    2. … sich selbst positiv darstellen können
    3. … ihre Beziehungen mit anderen Nutzern pflegen können
    4. … ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe präsentieren können
    5. … oder zeigen können, dass sie gute Menschen sind, weil sie eine ‘gute Sache’ unterstützen
  • Nutze auf Deiner Webseite den Share- und NICHT den Like-Button! (sagt Heiko)

Faustregel – von 10 FB-Posts sollten…

  • 6 Posts Links mit Erläuterungstext
  • 3 Posts Medien (besser Video als Foto)
  • 1 Post reinen Statustext

… enthalten.

Und wie schreibt man gut “für den Algorithmus”?

  • Protipp: #Hashtags sind für den Algorithmus völlig egal
  • Poste aus der Instagram-App statt via Facebook direkt: das bringt eine höhere Reichweite (sagt Heiko)
  • Optimiere Deine Keywords – auf Keywords steht der Algorithmus!
  • Das wichtigste Kriterium für die Einblendung eines Posts im Newsfeed eines Fans ist die Beliebtheit! Beliebtheit ist die Summe aus Likes, Comments, Shares und Clicks zu einem Post – je höher der Gesamtwert, desto höher die Beliebtheit. Bewertet wird:
    • Wie beliebt waren die VORHERIGEN Posts bei allen Nutzern?
    • Wie beliebt ist der aktuelle Post bei allen Nutzern?
    • Wie beliebt waren die bisherigen Posts des Autors beim Zielnutzer?

Außerdem: Funfacts

  • Whatsapp hat gerade mal rund 80 Mitarbeiter (sagt Heiko)
  • Die Google-Suche findet Facebook-Seiten besser als die Facebook-Suche (probiert’s aus)
  • Eine Titel- und Profilbildoptimierung für eingearbeitete Textbotschaften bringt gar nichts – die Devices sind mittlerweile viel zu fragmentiert…
  • Jede händisch eingereichte Missbrauchsmeldung wird mindestens einmal von einem Menschen angesehen!
  • Je älter und desktopaffiner Nutzer sind, desto weniger Freunde haben sie

Und zu guter letzt – woher weiß ich eigentlich, ob meine Seite erfolgreich ist?

Durch die organische, durchschnittliche Reichweite aller Posts innerhalb eines Monats – “Ausnahmen” wie überdurchschnittlich erfolgreiche Posts dienen dazu nicht als sinnvolle Erkenntnisquelle

Bis nächstes Jahr in Hamburg! 🙂

So steigern Sie Ihre Interaktionsrate: mein erstes Mal bei der Twitter-Akademie

Heute Vormittag nahm ich das erste Mal an einem Webinar der Twitter-Akademie teil. Unter dem Titel “Steigere Deine Aktionen” gab es eine halbstündige Präsentation mit einer live gesprochenen Tonspur und vielen Tipps für Unternehmen.

Insgesamt war das Webinar stark auf B2C-Unternehmen im FMCG-Bereich ausgelegt, es gab viele Gewinnspiel- und Gastronomieangebots-Tipps. Für “meinen” Bereich der eher strategischen B2B-OnlinePR und Kommunikation konnte ich heute folgendes lernen:

Do’s: der Ideale Tweet zur Steigerung der Interaktionen…

  • spricht ein Bedürfnis oder Problem der Zielgruppe an
  • teasert eine mögliche Lösung an
  • statt Bedürfnis oder Problem geht auch eine interessante Frage
  • hat maximal 100 Zeichen Textlänge
  • verfügt über einen klaren Call to Action
  • hat einen Imperativ im Text – keine Scheu vor der Befehlsform!
  • spricht die Leser direkt an, “Du” oder “Sie” ist nicht entscheidend
  • beinhaltet einen trackbaren Direktlink zu einer 1a-Landingpage
  • nutzt den Echtzeit-Charakter von Twitter und vermittelt eine “gefühlte Dringlichkeit”
  • hat nicht mehr als ein Ausrufezeichen – mehr als eins senkt die CTR-Rate um zweistellige Prozentzahlen
  • nutzt Rich Media (warum eigentlich? Vine.co anyone?)
  • nutzt bei Preiskommunikation runde Beträge (20,- €), keine Schwellenpreise (19,99 €)

 
Don’ts: die Interaktionsrate als gewerblicher Twitterer steigert man NICHT mit…

  • Hashtags (hat mich auch überrascht)
  • Mentions (sind klickbar und lenken von der Landingpage ab)

 
Weitere Tipps:

  • Gewinnspiele in drei Phasen promoten: 1. Ankündigung, 2. Promotion, Promotion, Promotion, 3. Dank und Ergebnis (siehe auch)
  • Todsünde ist wie immer eine fehlendes Monitoring: bei Mentions von anderen Nutzern kann man nicht schnell genug reagieren
  • Flock to unlock ist eine Methode, um Abverkäufe zu steigern, die wie die Gewinnspiel-Promo auch in drei Phasen funktioniert: Teasing, Promotion und Freischaltung des Angebots – (Kurztweet mit Folie oder der Long read auf Englisch)

 
Fazit:
Insgesamt eine sehr kurzweilige halbe Stunde, in der ich einiges Neues lernte – als kostenloses Programm also durchaus empfehlenswert! Mehr Infos zur Twitter-Akademie selbst gibt’s natürlich auf Twitter bei @TwitterAdsDACH.